Evangelische Matthäusgemeinde Lauchringen © 2020 Matthäusgemeinde Lauchringen
„Unerwartet…“ „Erstens kommt es anders, zweitens, als man denkt“ – ich weiß gar nicht, ob das ein Spruch oder eine Liedzeile ist, aber ich mache immer wieder diese Erfahrung. Manchmal plane ich und überlege und dann kommt alles ganz anders. Das kann frustrierend sein: Wenn ich viel Energie und Herzblut und Gehirnschmalz in ein Projekt gesteckt habe und es klappt hinten und vorne nicht. Hindernisse, Verzögerungen, Fehler passieren, als wolle eine gemeine Kraft genau mir einen Strich durch die Rechnung machen und lacht sich vielleicht noch heimlich ins Fäustchen. Zum aus der Haut – Fahren – oder? Manchmal kommen aber auch Überraschungen wie Geschenke: Ein unerwarteter Besuch, ich finde etwas wieder, das ich schon zu suchen aufgegeben hatte, gerade rechtzeitig wird eine Wohnung für mich frei… Das ist dann umso schöner. Beides ist möglich, beides habe ich schon erlebt: Pech ohne Ende und glückliches Zusammenfügen guter Ereignisse. Und genau das ist Zukunft: Etwas kommt auf mich zu. Ich kann planen und mich vorbeireiten und doch wird immer wieder etwas Überraschendes geschehen. Die Zukunft ist ungewiss, das ist ihr innerster Kern. Sie ist Gefahr UND Chance und ich weiß nicht im Voraus, was es sein wird. Ich kann mich nicht 100 % absichern und das wäre auch ein elendes Leben in Sorge und Angst. Deshalb ist Glaube so eine wichtige Fähigkeit. Ich spreche hier nicht exklusiv von Glauben an einen bestimmten Gott oder an die Kirche oder an Richtigkeitssätze, sondern vom Glauben als einer Einstellung: Ich halte die Ungewissheit aus. Ich halte mich ihr hin. Ich öffne mich für die Chance und die Gefahren und stelle mich dazu im Willen, das Gute und das Schwere anzunehmen. Etwas draus zu machen. Und das ist eine wunderbare Gabe, denn dadurch kann mein Leben wachsen und reifen. Dadurch kommt etwas in mein Leben, das ich nicht machen und kontrollieren kann: Ein Geschenk. Das Geschenk des Lebens. Eine kleine Beispielgeschichte dazu möchte ich Ihnen erzählen: Mit meinem Bruder machte ich eine Radtour durch Irland. Im Westteil auf dem Ring of Kerry kamen wir in eine Regenfront und wurden nass bis auf die Knochen. Geld für ein Hotel hatten wir nicht und in all der Nässe das Zelt aufzubauen machte auch nicht viel Sinn. Wir kamen an ein Haus und fragten, ob wir in der Garage übernachten durften. Die Bewohner öffneten uns das Nebenhaus, machten im Kamin Feuer. So verbrachten wir trocken und warm die Nacht. Am nächsten Morgen kamen sie mit einem üppigen Frühstückstablett herüber und wir hatten ein wunderbares Gespräch. Gestärkt und trocken fuhren wir weiter. Ich glaube, dass es immer wieder solche Mißlingen/Gelingen – Geschichten gibt und dass uns darin etwas geschenkt wird, das wir uns selbst nicht geben können. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Sommerzeit. Ihr Pfarrer Matthias Hasenbrink     
Evangelische Matthäusgemeinde  Lauchringen
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„Unerwartet…“ „Erstens kommt es anders, zweitens, als man denkt“ – ich weiß gar nicht, ob das ein Spruch oder eine Liedzeile ist, aber ich mache immer wieder diese Erfahrung. Manchmal plane ich und überlege und dann kommt alles ganz anders. Das kann frustrierend sein: Wenn ich viel Energie und Herzblut und Gehirnschmalz in ein Projekt gesteckt habe und es klappt hinten und vorne nicht. Hindernisse, Verzögerungen, Fehler passieren, als wolle eine gemeine Kraft genau mir einen Strich durch die Rechnung machen und lacht sich vielleicht noch heimlich ins Fäustchen. Zum aus der Haut – Fahren – oder? Manchmal kommen aber auch Überraschungen wie Geschenke: Ein unerwarteter Besuch, ich finde etwas wieder, das ich schon zu suchen aufgegeben hatte, gerade rechtzeitig wird eine Wohnung für mich frei… Das ist dann umso schöner. Beides ist möglich, beides habe ich schon erlebt: Pech ohne Ende und glückliches Zusammenfügen guter Ereignisse. Und genau das ist Zukunft: Etwas kommt auf mich zu. Ich kann planen und mich vorbeireiten und doch wird immer wieder etwas Überraschendes geschehen. Die Zukunft ist ungewiss, das ist ihr innerster Kern. Sie ist Gefahr UND Chance und ich weiß nicht im Voraus, was es sein wird. Ich kann mich nicht 100 % absichern und das wäre auch ein elendes Leben in Sorge und Angst. Deshalb ist Glaube so eine wichtige Fähigkeit. Ich spreche hier nicht exklusiv von Glauben an einen bestimmten Gott oder an die Kirche oder an Richtigkeitssätze, sondern vom Glauben als einer Einstellung: Ich halte die Ungewissheit aus. Ich halte mich ihr hin. Ich öffne mich für die Chance und die Gefahren und stelle mich dazu im Willen, das Gute und das Schwere anzunehmen. Etwas draus zu machen. Und das ist eine wunderbare Gabe, denn dadurch kann mein Leben wachsen und reifen. Dadurch kommt etwas in mein Leben, das ich nicht machen und kontrollieren kann: Ein Geschenk. Das Geschenk des Lebens. Eine kleine Beispielgeschichte dazu möchte ich Ihnen erzählen: Mit meinem Bruder machte ich eine Radtour durch Irland. Im Westteil auf dem Ring of Kerry kamen wir in eine Regenfront und wurden nass bis auf die Knochen. Geld für ein Hotel hatten wir nicht und in all der Nässe das Zelt aufzubauen machte auch nicht viel Sinn. Wir kamen an ein Haus und fragten, ob wir in der Garage übernachten durften. Die Bewohner öffneten uns das Nebenhaus, machten im Kamin Feuer. So verbrachten wir trocken und warm die Nacht. Am nächsten Morgen kamen sie mit einem üppigen Frühstückstablett herüber und wir hatten ein wunderbares Gespräch. Gestärkt und trocken fuhren wir weiter. Ich glaube, dass es immer wieder solche Mißlingen/Gelingen – Geschichten gibt und dass uns darin etwas geschenkt wird, das wir uns selbst nicht geben können. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Sommerzeit. Ihr Pfarrer Matthias Hasenbrink