Ostergarten   Auferstehungsfeier Ostersonntag 12.04.2020 7.30 Uhr Friedhof UL Christus spricht Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. Gebet An den Gräbern unserer Lieben stehen wir. Leben haben wir geteilt. Freude und Hoffnung, Herausforderungen, Ärger, Ängste, Gelingen und Scheitern, Glück und Leid – Leben, so viele Leben, Menschen, die geatmet haben, manche vertraut, manche fremd. Wir stehen hier und denken an sie. Vermissen sie. Liebe hört ja mit dem Tod nicht auf! Wir stehen hier am Ostermorgen und denken daran, wie du gestorben bist im Namen der Liebe, und wie du in dieser Liebe immer wieder auferstanden bist. Ich spüre, wie in dieser Liebe meine Lieben auch leben, auferstehen, mir und dir nahe sind. Darauf möchte ich mich einlassen, mehr hören und sehen, spüren, den Wind der Verwandlung, der neues Leben einhaucht in mich, in diese Welt. Sei du nun bei uns, Auferstandener, Lebendiger. Sei nun bei uns mit deinem lebendigen Atem, lebendiger Geist.  Gott, wecke mich auf, erwecke mich, entfessle mich zu dem Leben, das in deiner Liebe neu ist und ewig. Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer mir vertraut, wird leben, auch wenn er hier irdisch stirbt. Und wer hier lebt und Gott vertraut, über den wird der Tod keine Macht haben. Sein Leben wird immer gültig bleiben. Lied 99, 1 - 3 Lesung Mt. 28, 1 - 10 Ansprache: Zurück zum Anfang? War es das? Zurück zum Anfang? Nach Galiläa? „Dort werdet ihr mich sehen“, verspricht der Auferstandene. Lässt sich die Zeit so einfach zurückdrehen? Lässt sich ungeschehen machen, was sich alles ereignet hat? Meine Lebenserfahrung spricht dagegen. Geschehen ist geschehen. Die Vergangenheit kann ich nicht ändern. Aus und vorbei! Bin ich also auf ewig darauf festgelegt, was war? Festgenagelt auf die Vergangenheit? Es gibt Menschen, die von ihrer Vergangenheit festgehalten werden. Die über eine Enttäuschung, eine Kränkung, ein Scheitern, einen Abschied nicht hinwegkommen. Und ich möchte das gar nicht bewerten. Denn es ist schwer, mit einer Kränkung oder einem Abschied umzugehen. Wenn etwas geschehen ist, das nicht „wieder gut“ wird. Das tut weh. Die Erzählungen von Ostern sind durchtränkt von dieser Erfahrung. Wie da Menschen zum Grab kommen. Traurig. Einen letzten Liebesdienst wollen sie erweisen. Sie spüren Trauer und erwarten Leere am Ort des Todes. Als dieser Ort dann wirklich leer ist, kommt ihre Welt ins Wanken. Ein Schrecken befällt sie. „Furcht und große Freude“ ist ihre Reaktion. Sie staunen. Sind überwältigt. Ein neuer Blick. Nicht ins Grab der Endgültigkeit und des Todes. Sondern mit dem Grab im Rücken hin zu den anderen Jüngern. Und darüber hinaus hin nach Galiläa. Der Anfang mit Jesus und die Zeit mit ihm erscheinen nun auf einmal in einem anderen, einem neuen Licht. Ich lese sehr gerne Bücher und diese oftmals auch zwei – oder dreimal. Zwar sind dann die Geschichte oder die Ausführungen schon bekannt, aber wenn es eine gute Geschichte oder gute Gedanken sind, macht das gar nichts. Im Gegenteil: Das Bekannte hilft Neues zu entdecken. Beim ersten Mal habe ich das überlesen oder nur am Rande wahrgenommen. Aber jetzt, im Lichte des Gesamtbildes, der gesamten Geschichte gewinnen neue Aspekte an Glanz. Und ich denke das ist ein gutes Bild für Auferstehung: Neu beziehungsweise wiederlesen: Für die Jüngerinnen und Jünger Jesu hat sich sein Leben und sein Wirken von Karfreitag und Ostern her noch einmal ganz neu erschlossen. Vieles wird erst im Nachhinein klar. Und erweckt Staunen, Zittern, Freude. „Brannte nicht unser Herz“ heißt es in einer anderen Ostererzählung (den Emmausjüngern). Wir lesen ganz klar die Evangelien von Ostern her. Das ist ein entscheidender Schlüssel für uns, um sie zu verstehen. Und es ist ein Schlüssel zum Verstehen in meinem Leben. Im Blick auf die Menschen, von denen ich Abschied nehmen musste. Im Blick auf das Scheitern und die Enttäuschungen in meinem Leben, da ist ein zweites Lesen eine Chance und Gnade. Nämlich die Chance des versöhnten Wiedersehens. Die Vergangenheit kann ich nicht ändern. Aber meinen Blick darauf. Ob ich mich davon für immer bestimmen lasse. Oder ob etwas in meinem Leben neu wieder aufleben kann. Ob ich mein Leben in einem neuen – österlichen – Licht betrachten kann. In diesem Licht kann manches im Grab bleiben, zurückbleiben, das belastet und kränkt. Zugleich kann ich zurückkehren, neu anfangen, neu entdecken. Die Jüngerinnen und Jünger sind an den Anfang zurückgekehrt. „Nach Galiläa“. Und haben von dort aus das Leben neu wiedergefunden. Das Verlorene, Gestorbene konnte neu einen Platz im Leben gewinnen. Viele Menschen, die trauern, teilen diese Erfahrung, dass geliebte Menschen nie ganz verlosen sind. Dass in der Liebe ein neuer Blick möglich geworden ist. Ein neuer Anfang. Gerade jetzt in der Coronakrise sehne ich mich nach einem solchen Neuanfang. Hoffentlich dürfen wir das bald auch ganz aktuell erleben. Wenn die Türen wieder aufgehen. Wenn Nähe wieder möglich ist ohne Angst vor Ansteckung. Ostern. Neu fängt das Leben an. Amen. Lied 100, 1 . 2 + 4 Gebet Du gehörst zu mir: Ich stehe hier. Ich denke an unser gemeinsames Leben, an das, wofür ich Grund habe zu danken. Ich denke an das, was uns getrennt hat, wo wir einander weh getan haben, was uns aneinander gehindert hat, wo wir auch schuldig geworden sind, damit wir einander und Gott uns vergebe. Ich denke an das, was uns verbunden hat und mich mit dir verbindet noch heute auch über das Sterben hinaus, lebendig. Gott, in dir sind wir, im Leben und im Sterben, geborgen in deinem Frieden, lebendig in deinem Atem, ein Morgenrot, ein Aufbruch, eine Blume zwischen Steinen. Christus, du bist stärker als alles, was auf dieser Erde Macht und Einfluss hat. Deine Liebe hat unsere Gräber aufgesprengt und die Steine weggewälzt. Wir danken dir, dass wir dir gehören und bei dir geborgen sind. Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Der Herr segne euch und behüte euch. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht über euch und gebe euch Frieden. Amen.
Evangelische Matthäusgemeinde  Lauchringen
©  2020 Matthäusgemeinde Lauchringen  
  Auferstehungsfeier Ostersonntag 12.04.2020 7.30 Uhr Friedhof UL Christus spricht Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. Gebet An den Gräbern unserer Lieben stehen wir. Leben haben wir geteilt. Freude und Hoffnung, Herausforderungen, Ärger, Ängste, Gelingen und Scheitern, Glück und Leid – Leben, so viele Leben, Menschen, die geatmet haben, manche vertraut, manche fremd. Wir stehen hier und denken an sie. Vermissen sie. Liebe hört ja mit dem Tod nicht auf! Wir stehen hier am Ostermorgen und denken daran, wie du gestorben bist im Namen der Liebe, und wie du in dieser Liebe immer wieder auferstanden bist. Ich spüre, wie in dieser Liebe meine Lieben auch leben, auferstehen, mir und dir nahe sind. Darauf möchte ich mich einlassen, mehr hören und sehen, spüren, den Wind der Verwandlung, der neues Leben einhaucht in mich, in diese Welt. Sei du nun bei uns, Auferstandener, Lebendiger. Sei nun bei uns mit deinem lebendigen Atem, lebendiger Geist.  Gott, wecke mich auf, erwecke mich, entfessle mich zu dem Leben, das in deiner Liebe neu ist und ewig. Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer mir vertraut, wird leben, auch wenn er hier irdisch stirbt. Und wer hier lebt und Gott vertraut, über den wird der Tod keine Macht haben. Sein Leben wird immer gültig beiben. Wir vertrauen Klaus Wagner Gott an. Er ruht in Gottes Hand. Lied 99, 1 - 3 Lesung Mt. 28, 1 - 10 (Kirchenälteste® ?) Ansprache: Zurück zum Anfang? War es das? Zurück zum Anfang? Nach Galiläa? „Dort werdet ihr mich sehen“, verspricht der Auferstandene. Lässt sich die Zeit so einfach zurückdrehen? Lässt sich ungeschehen machen, was sich alles ereignet hat? Meine Lebenserfahrung spricht dagegen. Geschehen ist geschehen. Die Vergangenheit kann ich nicht ändern. Aus und vorbei! Bin ich also auf ewig darauf festgelegt, was war? Festgenagelt auf die Vergangenheit? Es gibt Menschen, die von ihrer Vergangenheit festgehalten werden. Die über eine Enttäuschung, eine Kränkung, ein Scheitern, einen Abschied nicht hinwegkommen. Und ich möchte das gar nicht bewerten. Denn es ist schwer, mit einer Kränkung oder einem Abschied umzugehen. Wenn etwas geschehen ist, das nicht „wieder gut“ wird. Das tut weh. Die Erzählungen von Ostern sind durchtränkt von dieser Erfahrung. Wie da Menschen zum Grab kommen. Traurig. Einen letzten Liebesdienst wollen sie erweisen. Sie spüren Trauer und erwarten Leere am Ort des Todes. Als dieser Ort dann wirklich leer ist, kommt ihre Welt ins Wanken. Ein Schrecken befällt sie. „Furcht und große Freude“ ist ihre Reaktion. Sie staunen. Sind überwältigt. Ein neuer Blick. Nicht ins Grab der Endgültigkeit und des Todes. Sondern mit dem Grab im Rücken hin zu den anderen Jüngern. Und darüber hinaus hin nach Galiläa. Der Anfang mit Jesus und die Zeit mit ihm erscheinen nun auf einmal in einem anderen, einem neuen Licht. Ich lese sehr gerne Bücher und diese oftmals auch zwei – oder dreimal. Zwar sind dann die Geschichte oder die Ausführungen schon bekannt, aber wenn es eine gute Geschichte oder gute Gedanken sind, macht das gar nichts. Im Gegenteil: Das Bekannte hilft Neues zu entdecken. Beim ersten Mal habe ich das überlesen oder nur am Rande wahrgenommen. Aber jetzt, im Lichte des Gesamtbildes, der gesamten Geschichte gewinnen neue Aspekte an Glanz. Und ich denke das ist ein gutes Bild für Auferstehung: Neu beziehungsweise wiederlesen: Für die Jüngerinnen und Jünger Jesu hat sich sein Leben und sein Wirken von Karfreitag und Ostern her noch einmal ganz neu erschlossen. Vieles wird erst im Nachhinein klar. Und erweckt Staunen, Zittern, Freude. „Brannte nicht unser Herz“ heißt es in einer anderen Ostererzählung (den Emmausjüngern). Wir lesen ganz klar die Evangelien von Ostern her. Das ist ein entscheidender Schlüssel für uns, um sie zu verstehen. Und es ist ein Schlüssel zum Verstehen in meinem Leben. Im Blick auf die Menschen, von denen ich Abschied nehmen musste. Im Blick auf das Scheitern und die Enttäuschungen in meinem Leben, da ist ein zweites Lesen eine Chance und Gnade. Nämlich die Chance des versöhnten Wiedersehens. Die Vergangenheit kann ich nicht ändern. Aber meinen Blick darauf. Ob ich mich davon für immer bestimmen lasse. Oder ob etwas in meinem Leben neu wieder aufleben kann. Ob ich mein Leben in einem neuen – österlichen – Licht betrachten kann. In diesem Licht kann manches im Grab bleiben, zurückbleiben, das belastet und kränkt. Zugleich kann ich zurückkehren, neu anfangen, neu entdecken. Die Jüngerinnen und Jünger sind an den Anfang zurückgekehrt. „Nach Galiläa“. Und haben von dort aus das Leben neu wiedergefunden. Das Verlorene, Gestorbene konnte neu einen Platz im Leben gewinnen. Viele Menschen, die trauern, teilen diese Erfahrung, dass geliebte Menschen nie ganz verlosen sind. Dass in der Liebe ein neuer Blick möglich geworden ist. Ein neuer Anfang. Gerade jetzt in der Coronakrise sehne ich mich nach einem solchen Neuanfang. Hoffentlich dürfen wir das bald auch ganz aktuell erleben. Wenn die Türen wieder aufgehen. Wenn Nähe wieder möglich ist ohne Angst vor Ansteckung. Ostern. Neu fängt das Leben an. Amen. Lied 100, 1 . 2 + 4 Gebet Du gehörst zu mir: Ich stehe hier. Ich denke an unser gemeinsames Leben, an das, wofür ich Grund habe zu danken. Ich denke an das, was uns getrennt hat, wo wir einander weh getan haben, was uns aneinander gehindert hat, wo wir auch schuldig geworden sind, damit wir einander und Gott uns vergebe. Ich denke an das, was uns verbunden hat und mich mit dir verbindet noch heute auch über das Sterben hinaus, lebendig. Gott, in dir sind wir, im Leben und im Sterben, geborgen in deinem Frieden, lebendig in deinem Atem, ein Morgenrot, ein Aufbruch, eine Blume zwischen Steinen. Christus, du bist stärker als alles, was auf dieser Erde Macht und Einfluss hat. Deine Liebe hat unsere Gräber aufgesprengt und die Steine weggewälzt. Wir danken dir, dass wir dir gehören und bei dir geborgen sind. Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Der Herr segne euch und behüte euch. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht über euch und gebe euch Frieden. Amen.